Momentan steht Facebook im Fokus der Öffentlichkeit und eine neue Studie hat ergeben, dass nicht nur in diesem Portal die möglichen Einstellungen zur Schutz der Privatsphäre unübersichtlich angeordnet, nicht intuitiv zu bedienen und vom Umfang nicht ausreichend sind.
Die Grundlage der Privatsphären-Verletzung
Konkret geht es bei dem Vorwurf darum, dass das Speichern persönlicher Daten auf unbestimmte Zeit nach dem kanadischen Recht verboten ist und die Verwendung allein einem wirtschaftlichen Zweck dienen muss. Ausserdem seien die Voreinstellungen des Profils nicht vollständig entfernbar.
Ein großer weiterer Kritikpunkt ist die Offenlegung der Datenblätter gegenüber Programmierern und Entwicklern, die Applikationen für Facebook entwerfen. Fast eine Million Programmierer aus 180 Ländern haben so Zugang zu kritisch betrachteten Datenstämmen.
Moralisch gibt mir vor allem zu denken, dass selbst die Profile verstorbener Benutzer weiterhin auf Facebook angezeigt werden, ohne dass in den AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) darauf aufmerksam gemacht wird. Selbst wenn Ihr nicht Besitzer eines Facebook-Profils seid, so könnte auch Euer Name in dem Portal auftauchen, denn selbst nicht angemeldete Benutzer können in den Zusammenhang mit Fotos und Videos gebracht werden und somit Informationen über Euch preisgeben, von denen Ihr nicht einmal wisst.
Selbstkontrolle als bester Schutz der Privatsphäre?
Dieser Ansatz wird seit Jahren praktiziert und wenn mann sich die Resultate anschaut, dann ist das eindeutige Ergebnis, dass dieser so nicht funktioniert. Daher fordern vor allem europäische Datenschützer, dass die Möglichkeiten, die es ohnehin schon gibt, offensichtlicher präsentiert werden und der Benutzer auf jeden Fall Notiz von diesen Schutzmaßnahmen nimmt. Der Vorwurf wird laut, dass die Communities diese Funktionen absichtlich in tiefen Clickebenen der Navigation verstecken, weil das verbergen von Daten dem Konzept der Social Networks entgegenwirke.
Datenschutzbestimmungen nach deutschem Recht ungültig
Bei dem editieren der persönlichen Daten in Eurem Profil werdet Ihr weder informiert, wo die Daten verwendet werden, noch ist zu erkennen, was davon alles für wie lange abgespeichert wird. In der Tat habt Ihr schon bei der Anmeldung in diesem Portal zugestimmt, dass jegliche bereitgestellten Daten Facebook zur Verfügung gestellt werden und Ihr diese zur Nutzung freigebt.
Es macht einem dabei schon fast Angst, dass dem Betreiber egal zu sein scheint, ob wirklich diese Person die Daten eingab, oder jemand anderes, da weder die Umgebung, noch die Rechnerspezifikationen geprüft werden, um falsche Angaben von Dritten auszuschließen. Technisch wäre dies heutzutage kein Problem und selbst für mich nur eine Sache von wenigen Stunden Arbeit (ich unterstelle einfach mal, dass Facebook Entwickler talentierter sind als ich
).
Der Höhepunkt in Sachen Datenschutzverletzungen
Ihr stimmt schon bei der Anmeldung zu, dass ihr Werbung von Facebook und Dritten akzeptiert – soweit, so ärgerlich. Dass es sich hierbei aber um personalisierte Werbung handelt finde ich wirklich katastrophal und wurde erst vor wenigen Tagen im Eintrag über die Privatsphäre im Zusammenhang mit Google (“Google: Feind der Privatsphäre?”) von mir thematisiert.
Viele der Punkte in den Datenschutzbestimmungen haben in Deutschland keinen Bestand und basieren allein auf der Ansäßigkeit im Ausland.
Was bedeutet dies für Social Communities in der Zukunf?
Da nun das allgemeine Auge auf diese Verletzungen geworfen wird, sind schon bald Gesetzesänderungen zu erwarten und je nach dem wie diese ausfallen werden, kann es sogar dazu führen, dass die Systeme von heute bald nicht mehr alle Funktionen anbieten können oder sogar komplett ihre Existenzgrundlage verlieren.
Doch malen wir mal nicht den Teufel an die Wand… Seht Euch vor, welche Angaben Ihr in welchem Portal machen wollt und seid nah an Suchmaschinen und forscht nach, welche Erfahrungen andere Benutzer und Rechtskundige mit diesen Seiten gemacht haben.




